Quads dürften vielen als Geländefahrzeuge mit vier Rädern bekannt sein. Der Begriff stammt vom Lateinischen quattuor ab, was „vier“ bedeutet. Die kleinen Fahrzeuge sind für ein bis drei Personen geeignet und werden auch als ATVs (All Terrain Vehicles) bezeichnet. Kinder- oder Pocket-Quads benennen eine kleinere Version der Freizeit- und Sportfahrzeuge, die, wie der Name bereits verrät, für jüngere Nutzer ausgelegt sind.

Kinderquad
Kinderquad

Das Miniquad für Kinder und Jugendliche

Quads wurden ursprünglich in der Mitte des 20. Jahrhunderts von dem Unternehmen „Zweirad Union“ zu forst- und landwirtschaftlichen Zwecken entwickelt. Zu dieser Zeit wurden sie „Kraftkarren“ genannt und später auch von der Bundeswehr genutzt. Heute dienen die kleinen Kraftfahrzeuge meist als Sportfahrzeuge, werden aber noch immer unter der Bezeichnung ATV vom Militär oder in der Land- und Forstwirtschaft genutzt.

Kinderquad als Freizeitfahrzeug

Die heutigen Kinderquads sind als Sport- und Freizeitfahrzeuge für Kinder jeden Alters gedacht. Sobald der Nachwuchs laufen und sitzen kann, kann er prinzipiell ein Kinderquad bedienen. Je nach Altersklasse können verschiedene Varianten und Größenordnungen empfohlen werden – so wird ein Fünfzehnjähriger in der Regel ein anderes Quad fahren wollen als ein Sechsjähriger.

Miniquads gibt es in verschiedenen Ausführungen, wobei grob zwischen Kinderquad mit Elektromotor und Kinderquad mit Benzinmotor unterschieden werden kann. Wichtig ist es, dass Sie wissen, dass Kinderquads normalerweise keine Straßenzulassung haben.

Kinderquads dürfen nicht im Straßenverkehr teilnehmen

Als Sportfahrzeug sind Pocket Quads für Rennstrecken und private Grundstücke ausgelegt. Je nach Bereifung eignen sie sich aber auch wunderbar für Offroad-Strecken. Da Ihr Kind mit dem Quad nicht am Straßenverkehr teilnehmen wird, ist auch keine Altersbeschränkung erforderlich, wobei Kinderquads aufgrund der kognitiven und motorischen Entwicklung erst ab dem vierten Lebensjahr empfohlen werden. Einen Quad-Führerschein braucht ihr Nachwuchs nicht.

Zwar wird Ihr Kind nicht bereits im jungen Alter darauf pochen, ein Pocket Quad zu bekommen, allerdings lohnt es sich als Elternteil, über die Anschaffung des Fahrzeugs nachzudenken. So kann Ihr Kind in der freien Natur spielend das Fahren erlernen und wird neben der nötigen Koordination auch Selbstvertrauen aufbauen können.

Den meisten Kindern macht das Quad-Fahren sehr viel Spaß und Sie gehen sicher, dass Ihr Schützling auch im Zeitalter von Fernsehen und Internet an die frische Luft kommt.

Kinderquad mit Elektromotor vs. Benzinmotor

Kinderquads gibt es in zwei verschiedenen Ausführungen. Sie sind mit Elektro- oder Benzinmotor erhältlich, wobei sich beide Varianten sowohl im Handling als auch in der Wartung erheblich unterscheiden. Bei beiden Ausführungen sitzt der Fahrer in einem Sattel, der dem von Motorrädern ähnelt. Gelenkt wird mit einer Lenkstange. Heutzutage sind Quads im Normalfall mit Scheibenbremsen ausgestattet – manche Modelle besitzen auch Stoßdämpfer. Bevor Sie blindlings ein Pocket Quad kaufen, sollten Sie sich über die Unterschiede der beiden Varianten im Klaren sein und für sich selbst abwägen, was Sie für Ihr Kind als sinnvoll erachten.

Kinderquads mit Elektromotor

ATV Quad mit Elektromotor
ATV Quad mit Elektromotor

Quads mit Elektromotor liegen meistens zwischen 800 und 1000 Watt und erreichen in der Mini-Ausführung eine Geschwindigkeit von bis zu 20 km/h.

Sie eigenen sich also auch für die ganz Kleinen, zumal es bei einigen Kinderquads mit Elektromotor die Möglichkeit gibt, sie via Fernbedienung zu steuern. So können Sie Ihr Kind aus der Ferne bei seiner Fahrt unterstützen. Die Reichweite der Fernbedienung beträgt maximal 120 Meter.

Schnelle Quads mit Elektromotor können durchaus auch Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h erreichen. Das ist vor allem für Jugendliche interessant, die dem Kindesalter schon fast entwachsen sind.

Bedienung des Elektroquads

Die Bedienung des Kinderquads mit Elektromotor ist denkbar einfach. Hier kann der Unterschied in der Komplexität zwischen dem Quad mit Elektromotor und dem Benziner mit einem Motorroller und einem Motorrad verglichen werden. Kinderquads mit Elektromotor werden mit dem Drücken des Startknopfes angeworfen und mit Daumengas bedient. Das Quad kann manuell gedrosselt werden und besitzt Bremsen.

Zusätzlich sind Kinderquads mit Elektromotor mit einer Notaus-Leine ausgestattet. Diese kann am Arm oder der Kleidung des Kindes befestigt werden und sorgt dafür, dass sich das Quad abschaltet, falls Ihr Kind doch einmal stürzen sollte. Diese Ausführung des Kinderquads ist normalerweise günstiger als die Benziner-Variante und liegt im Schnitt bei unter 300 Euro.

Elektroquads sind nahezu wartungsfrei

Der Elektromotor läuft über Akkus, die zwischen sechs und zwölf Stunden laden müssen, wobei der Motor dem Benziner insofern etwas voraushat, dass er sehr viel leiser ist. In Wohngebieten vermeiden Sie so Ruhestörungen. Ansonsten sind Kinderquads mit Elektromotor nahezu wartungsfrei, wobei die Reifen regelmäßig kontrolliert werden sollten – der Sicherheit wegen.

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Kinderquads mit Benzinmotor

Quads mit Benzinmotor sind eher für Kinder geeignet, die schon etwas mehr Erfahrung mit dem Quadfahren haben. Quads mit Benzinmotor sind schwerer als Elektroquads, haben aber dadurch auch den Vorteil, dass sie sich häufig sicherer und stabiler anfühlen. Die Benziner sind sowohl mit 2-Takt-Motoren als auch mit 4-Takt-Motoren im Handel erhältlich.

Kinderquads haben in der kleinsten Ausführung 50 (beziehungsweise 49) ccm. Das entspricht circa drei bis fünf PS. Allerdings gibt es auch Pocket Quads mit mehr Hubvolumen und damit größeren Motoren und mehr Leistung. Sie sind auch mit 100 ccm, 110 ccm, 125 ccm und 150 ccm erhältlich. Der Leistungsunterschied wird bei der Fahrt besonders deutlich.

So starten Sie ihr Benzinquad

Benzin Kinderquad
Benzin Kinderquad

Gestartet wird ein Kinderquad mit Benzinmotor, indem der Chokehebel nach oben geschoben wird. Nachdem das meist links am Lenker sitzende Gas umschlossen wurde, muss mit rechts der Pullstarter gezogen werden, um das Quad zu starten. Für Kinder ist diese Art des Starts häufig besonders tricky.

Jeder, der schon einmal einen alten Benzinrasenmäher mit Leine starten musste, kann sich das Prinzip vor Augen führen. Wer den Dreh aber einmal raus hat, kann sich bei dem Benziner über einen traditionellen Fahrspaß mit Benzingeruch und Motorgeräuschen freuen. Die Kinderquads mit Benzinmotor sind außerdem nicht nur tragfähiger, sondern sorgen auch für volle Quaderfahrung und machen vor allem Jugendlichen häufig mehr Spaß.

Drosselung für Benzinquads

Der Vorteil ist außerdem, dass die Pocket Quads mit Benzinmotor drosselbar sind und so erst nach und nach mit der Erfahrung des Kindes auf die volle Leistung gebracht werden können. Diese Drosseln können auch im Nachhinein noch montiert werden. Der Fahrer von Quads mit einem Benzinmotor kann die Geschwindigkeit nach eigenem Ermessen anpassen und bekommt so ein Gefühl für das Fahrzeug.

Alles in allem sind Quads mit Benzinmotor teurer und liegen auch in der günstigen Preisklasse bei über 300 Euro. Nach oben ist reichlich Luft. Wer Spaß am Schrauben an Fahrzeugen hat, kann mit einem Benziner seine Freude haben – denn hier ist die regelmäßige Wartung wie beim Auto oder Motorrad Pflicht. Beispielsweise müssen die Filter, die Zündkerzen und die Kette regelmäßig kontrolliert werden, um ein sicheres Fahrerlebnis zu gewährleisten.

Benzinquads sind wartungsintensiv

Zudem sollten Sie bewusstmachen, dass Pocket Quads mit Benzinmotoren sehr viel aufwendiger zu warten und allgemein teurer sind. Sie benötigen Benzin, während Elektromotoren über Akkus laufen. Zudem machen Elektroquads sehr viel weniger Lärm, erzeugen keine Ölflecken und keinen Benzingeruch.

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Darauf sollten Sie beim Quadkauf achten

Wenn Sie sich dazu entschieden haben, ein Kinderquad zu kaufen, sollten Sie sich verschiedener Faktoren bewusst sein und sich folgende Fragen stellen:

  • Wie alt ist mein Kind und ist es dazu in der Lage, ein Quad mit Benzinmotor zu fahren?
  • Habe ich die nötige Zeit, ein Benzinquad regelmäßig zu warten oder ist mein Kind alt und zuverlässig genug, dies selbst zu erledigen?
  • Könnten wir unsere Nachbarn mit dem lauten Motorgeräusch eines Benziners stören?
  • Was möchte ich ausgeben?
  • Bin ich dazu bereit, meinem Kind die nötige Schutzkleidung zur Verfügung zu stellen?

Schutzkleidung darf beim Quadfahren auf keinen Fall fehlen. Selbst bei Elektroquads mit geringerer Leistung und Geschwindigkeit, sollte Ihr Kind unbedingt einen Helm tragen. Zu Stürzen und Unfällen kann es jederzeit kommen. Nur mit Schutzkleidung wie einem Helm und Schonern können Sie Verletzungen effizient vorbeugen.

Welche Schutzkleidung für Kinderquads?
Welche Schutzkleidung für Kinderquads?

Was möchte ich mit dem Quad erreichen?

In erster Linie hängt die Art des Quads von Ihrer Präferenz und gegebenenfalls der Ihres Kindes ab. Ist es alt genug, erklären Sie Ihrem Kind die Unterschiede und fragen Sie es im Zweifelsfall, was ihm lieber wäre.

Als Faustregel gilt: Miniquads sind für Ein- bis Fünfjährige die beste Wahl, während Sie für Sechs- bis Sechzehnjährige eher ein Pocket Quad anschaffen sollten. Wichtig ist, dass Ihr Sprössling gut auf dem Sattel sitzen kann und problemlos an den Lenker kommt.

Stets auf die Sicherheit achten

Sollten Sie sich für ein Kinderquad mit Benzinmotor entschieden haben, können Sie sich aussuchen, ob Ihnen eine Variante mit Gasgriff oder Daumengas lieber ist. Auch hier gibt es Unterschiede – ebenso wie beim Hubraum. Gut zu wissen: Mit etwas Know-How können Sie den Auspuff eines Benzinquads auch leiser machen.

Egal, für welche Variante Sie sich entscheiden: Achten Sie auf gute Bremsen und eine robuste Verarbeitung. Von besonders günstigen Quads kann nur abgeraten werden. Gute Verarbeitung kostet nun einmal und für die Sicherheit Ihres Kindes sollten sie nicht am Preis für ein Quad sparen.

Das sollte bei der Fahrt berücksichtigt werden

Allem vorweg sollte Ihnen bewusst sein, dass vor allem Pocket Quads mit höherer Leistung keine Spielzeuge, sondern Kraftfahrzeuge sind. Ihr Schützling sollte deshalb niemals ohne Schutzkleidung fahren. So sind auch lange Hosen und Ellenbogen- sowie Knieschoner sinnvoll, um Verletzungen vorzubeugen.

Vor der Fahrt sollten Sie vor allem jüngeren Kindern erklären, dass Sie vorsichtig sein sollten. Lassen Sie Ihr Kind bei Müdigkeit nicht fahren! Je unkonzentrierter Ihr Kind ist, umso schneller kann es zu Unfällen kommen.

Finden Sie eine passende Quad-Strecke

Ansonsten sollten Sie darauf achten, dass Ihr Sprössling nur auf dem eigenen Gelände oder einer entsprechenden Rennstrecke fährt. Zwar gibt es Möglichkeiten, Pocket Quads für die Fahrt im Straßenverkehr fit zu machen und eine Zulassung zu erhalten, dafür müssen sie allerdings mit Scheinwerfern, Blinkern und Bremslichtern ausgestattet sein. Zusätzlich werden für die Zulassung unterschiedliche Dokumente wie der Personalausweis und eine Versicherungsdeckungskarte benötigt. Bei Interesse an einer Zulassung für den Straßenverkehr können Sie sich bei Ihrer Zulassungsstelle über die genauen Bedingungen informieren.

Im Straßenverkehr wird ein gültiger Führerschein benötigt

Quad Führerschein mit einem Führerschein der Klasse AM und/oder Klasse B
Quad Führerschein mit einem Führerschein der Klasse AM und/oder Klasse B

In der Regel wird zwar kein Führerschein für die Fahrt mit einem Pocket Quad benötigt – will Ihr Teenager allerdings am Verkehr teilnehmen, benötigt er einen Führerschein der Klasse AM oder B und muss somit mindestens 16 Jahre alt sein.

Viele Eltern stellen sich die Frage, ab wann ihr Kind ein Kinderquad fahren sollte. Hier gibt es keine Richtlinie und muss von den Eltern selbst abgewogen werden. Sie selbst kennen Ihr Kind am besten und wissen am ehesten, ob es für das Fahren eines Quads bereit ist.

Ist das Kind reif genug für ein Kinderquad?

Manche Kinder düsen schon mit vier Jahren über den privaten Hof und haben Spaß am Fahren mit einem Kinderquad, während andere wiederum erst als Schüler bereit dafür sind. Ist Ihr Kind besonders ängstlich, sollten Sie es nicht dazu zwingen und ihm die Möglichkeit geben, sich erst einmal bei ausgeschaltetem Motor in den Sattel zu setzen. So kann es ein Gefühl für das kleine Fahrzeug bekommen. Zu Anfang können Sie Ihrem Kind auch einen kleinen Parcours aufbauen und es so an das Handling des Kinderquads gewöhnen.

Kinder sollten langsam Erfahrungen sammeln

Mit der Erfahrung steigt auch die Selbstsicherheit und je nach Quad können Sie nach und nach die Drosselung herausnehmen. Trauen Sie Ihrem Kind ruhig etwas zu! Mit der richtigen Schutzkleidung kann in aller Regel besonders bei den Miniquads nicht viel passieren. Und wenn Sie sich für ein Quad mit Fernbedienung entscheiden, haben Sie in Notsituationen jederzeit die Möglichkeit, das Kinderquad aus der Ferne abzuschalten.

Das gibt nicht nur Ihrem Kind ein besseres Gefühl, sondern auch Ihnen. Besonders für Anfänger ist es sinnvoll, über solche Features nachzudenken. Sie können sich allerdings bewusst machen, dass die Hersteller von Kinderquads besonders auf die Sicherheit ihrer Fahrzeuge achten.

Die Quads besitzen einen tiefen Schwerpunkt und können aus diesem Grund nicht so leicht kippen. Entdecken Sie zusammen mit Ihrem Schützling den Spaß am Quad-Fahren und sehen Sie dabei zu, wie es langsam aber sicher Selbstvertrauen aufbaut!